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Chemieunfall am Kronacher Bahnhof

Kurz nach 15 Uhr wurde am Samstag der Polizei mitgeteilt, dass im Bahnhofsbereich von Kronach eine unbekannte Flüssigkeit mit leicht beißende Geruch aus 5 abgestellten Waggons tropfe. Die alarmierte Feuerwehr Kronach traf kurze Zeit später im Bahnhofsbereich ein und begann unter schweren Atemschutz beziehungsweise unter dem Einsatz von Chemieschutzanzügen die Lage zu erkunden. Auf Grund der vorgefundenen Ladepapiere war erkennbar, dass in den Waggons eine Art Metallabfall als Schüttgut transportiert wird, das als Gefahrgut deklariert ist. Einsatzleiter Kreisbrandmeister Martin Panzer ließ daraufhin weitere Kräfte der Feuerwehren Pressig und Marktrodach alarmieren.

Nach Rücksprache mit einem Gefahrgutspezialisten der Firma BASF dichten die Feuerwehren Ladeklappen sowie die Tore der Waggons mit Bauschaum ab. Gleichzeitig spannten die Feuerwehren unter schweren Atemschutz Planen über die Waggons während andere Trupps die Flüssigkeit auffingen.

Erste Ermittlungen der Bundespolizei haben ergeben, dass die Waggons aus Italien stammten und das Ladegut nach Schweden transportiert werden sollte. Die ursprüngliche Planenabdeckung wurde während der Fahrt, vermutlich auf Grund des Fahrtwindes, beschädigt und Regenwasser beziehungsweise Schnee konnte in die Waggons eindringen und sich mit dem Ladegut, den Metallabfällen, vermischen. Das verunreinigte Wasser konnte durch die Spalten in den Toren beziehungsweise Ladeklappen entweichen.

Nach Auskunft des Einsatzleiters und des Vertreters der Landratsamtes, Herbert Eisentraudt, war die Bevölkerung Kronachs zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet. Die Messungen vor Ort haben ergeben, dass es sich bei der Flüssigkeit weder um Essigsäure, Chlorgas beziehungsweise Salzsäure oder ähnlichen Stoffen handelte. Durch den Notfallmanager der Deutschen Bahn wurde die Bahnstrecke neben dem Abstellgleis gesperrt und für den Durchgangsverkehr wurde reduzierte Fahrt angeordnet.

Im Einsatz waren circa 100 Feuerwehrleute unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Martin Panzer, sowie zehn Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes.

Die Feuerwehr Marktrodach war mit zwei Fahrzeugen vor Ort und unterstütze die anderen Einsatzkräfte mit 11 Atemschutztrupp's. Der Einsatz war für die Feuerwehr Marktrodach um 21.45 Uhr beendet

Bericht: Fränkischer Tag

Foto's: Fränkischer Tag, KBI Matthias Schuhbäck

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